Reinhard Kleinwort ist gestorben

Zwei Tage nach seinem vierzigsten Geburtstag verstarb Reinhard Kleinwort am 25. Februar 1997. Ein Krebsleiden, daß 1993 schon besiegt schien, brach im Sommer 1996 wieder aus. Trotz sofortiger Chemotherapie hatte Reinhard keine Chance, dies „letzte Rennen“ zu gewinnen.
Mit Reinhard Kleinwort hat der nationale Motorsport in Norddeutschland seinen stärksten Fahrer verloren. Kein anderer Fahrer hat in der letzten 10 Jahren mehr Siege bei Rallye-Veranstaltungen errungen, kein anderer Fahrer war so erfolgreich auf den Slalom-Parcouren unterwegs. Mit seiner ruhigen Art und sauberen Fahrweise erreichte er unzählige Erfolge.
Darüber hinaus war er bei seinen Konkurrenten stets beliebt. Er hatte immer Zeit, man konnte technische Probleme, Vor- und Nachteile der einzelnen Fahrzeuge und alle Fragen um den Sport mit ihm diskutieren.
Seine immer perfekt vorbereiteten Fahrzeuge stellte er auch anderen Fahrern zur Verfügung. Anfang Oktober gewann er überlegen mit seinem Gruppe-G BMW 318 iS auf dem Flugplatz in Jagel die Klasse F10 vor Michael Luther, der ebenfalls auf Reinhards BMW fuhr. Ebenso nahm er auch gerne Angebote an, auf anderen Fahrzeugen zu fahren. So siegte er noch im Juni 1996 beim Slalom des MSC Kaltenkirchen auf einem Opel Ascona A in der Klasse F10.
Stets beherrschte er seine Fahrzeuge fast perfekt, Ausrutscher oder gar Ausritte im Rallyesport war ganz selten. Es war immer eine Freude ihm zu zusehen. Da erinnere ich mich besonders an eine Slalom-Veranstaltung auf der Oststraße in Norderstedt. Bei strömendem Regen absolvierte er mit seinem bärenstarken Opel Manta - zugelassen unter dem Namen „Laubfrosch“ - den Parcour, wedelte durch die Pylonen und begeisterte alle Zuschauer durch seine Fahrzeugbeherrschung.
Schon im Herbst 1996 nahm er geschwächt, aber noch voller Zuversicht an den letzten Veranstaltungen der Saison 1996 teil. Die Saison 1996 war seine erfolgreichste überhaupt. Andere zählen ihre Gesamtsiege oder Klassensiege - Reinhard konnte Meisterschaftssiege zählen. 1996 gewann er neun Meisterschaften, u.a. Deutscher Automobil-Rallye-Pokal (Region Nord), Nat. ADAC-Rallye-Meisterschaft, Int. ADAC-Slalom-Meisterschaft, Nat. ADAC-Slalom-Meisterschaft, Rallye-Cup-Nord, Slalom-Meisterschaft-Scuderia, Nat. Ecurié-Slalom-Meisterschaft (Gesamtwertung), NOP-Slalom-Meisterschaft.
Zum Slalomsport kam Reinhard Anfang der 80ziger Jahre. Eine seiner ersten Rallye-Veranstaltungen war die „ADAC-Rallye 200 Pinneberg“ im Oktober 1984. Mit seinem Co-Piloten Bernd Dierks erreichte er Klassenplatz 7 auf Opel Kadett. Der Opel Kadett war seine große Leidenschaft. Reinhard sammelte diese Fahrzeuge und konnte so immer auf perfektes Material zurückgreifen. Anfangs in der Gruppe G unterwegs, startete er später in der Gruppe F. Erst 1994 wechselte er auf einen BMW 318iS, aufgebaut nach dem Gruppe G-Reglement.
1985 gewann Reinhard zum ersten Mal die Nat. ADAC-Rallye-Meisterschaft. Bis 1992 konnte er, diese Meisterschaft in ununterbrocher Reihenfolge gewinnen. Erst mit dem BMW konnte er 1995 und 96 diese Serie fortsetzen.
Auf Initiative von Kay Ripke wird die Scuderia Segeberg e. V. 1998 den Reinhard Kleinwort Gedächtnis Pokal ausschreiben. Dieser Pokal soll uns stets an Reinhard erinnern. Durch den Wertungsmodus von jeweils vier Rallye- und Slalom-Veranstaltungen möchten wir dem Anspruch von Reinhard gerecht werden, in beiden Sparten erfolgreich zu sein.Stefan Willmann (Scuderia Spezial 1997)



10. Todestag von Reinhard Kleinwort

Heute vor 10 Jahren ist Reinhard Kleinwort gestorben. Ihm zu Ehren veranstaltet die Scuderia Segeberg e.V. den Reinhard Kleinwort Gedächtnis-Pokal seit 1998. Die Ehrentafel mit allen Meistern und Platzierten! In Andenken an Reinhard hier ein Zeitungsartikel [276 KB] . Auch die aktuellen Meisterschaftsbedingungen 2007 sind jetzt online. Wieder ist der Start in allen drei Kategorien Pflicht. (25.02.07)




Druckbare Version